Die drei wichtigsten Aussagen dieses Artikels:

  • Lassen Sie sich helfen!
  • Organisieren Sie die wichtigsten Bereiche vorgängig.
  • Bereiten Sie Ihre Familie auf die Zeit nach der OP  vor.

Arbeiten im Haushalt

Dieser Punkt beinhaltet Arbeiten wie Staubsaugen, Wäsche machen, Geschirrspülen, allgemeine Reinigungsarbeiten, Betten überziehen. Wir empfehlen Ihnen machen Sie sich einen Plan. Ein A3-Blatt für die ganze Familie ersichtlich aufgehängt hilft Ihnen den Überblick zu behalten. Helfen können Ihnen hier dabei: Partner/in, Kinder ab ca. 10 Jahren , Verwandte, Freundinnen/Freunde, oder professionelle Haushalts- oder Familienhelferinnen.

Kinderbetreuung

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Junge “Chefs” © by shutterstock.com

Zur Kinderbetreuung eignen sich besonders Personen, die den Kindern bekannt sind wie Grosseltern, Freunde/innen, Verwandte. Als Alternative bieten sich Tagesmütter oder Kinderhorte an. Diese sind meist als Vereine organisiert und im Internet zu finden.

Planen Sie auch die Kinderbetreuung bereits schon vor der Operation. Informieren Sie die Schule oder den Kindergarten über die wechselnden Betreuungspersonen für die Zeit nach der Operation. Erstellen Sie sich auch für die Betreuung einen Plan. Planen Sie für einen längeren Zeitraum. Sie werden diese Zeit brauchen!
In der Zeit unmittelbar nach der Operation brauchen Sie viel Ruhe! Planen Sie die Kinderbetreuung deshalb ausserhalb Ihrer vier Wände. So gerne wir unsere Kinder um uns haben, brauchen wir doch diese Zeit der Ruhe zur Regeneration.

Eigene Körperpflege

Sie werden anfangs Unterstützung beim Duschen und Haare waschen brauchen. Wenn Sie in einer Partnerschaft sind, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Ihr Partner/in Ihnen hier hilft. Ansonsten hilft gerne eine Freundin oder Freund. Für die Haarpflege können Sie auch auf mobile Friseure zurückgreifen.

Transporte

Nach der Operation werden Sie mindestens zwei Wochen nicht Auto fahren können. Reduzieren Sie Ihre eigenen Wege auf das Minimum. Erschütterungen während der Fahrt, sowie das Ein- und Aussteigen verursachen Schmerzen. Für Ihrer Physio- oder Arztbesuche können Sie auf Verwandte, Freunde/innen zurückgreifen. Es bieten sich auch institutionelle Organisationen an wie Rotes Kreuz, Fahrdienste, Tixi-Taxi. Die sozialen Kontakte laden Sie besser zu sich ein und lassen sich beschenken und verwöhnen. Den Transport Ihrer Kinder organisieren Sie am besten im Rahmen der Kinderbetreuung. Kinder ab einem bestimmten Alter können ihre Wege auch mit dem Fahrrad machen. Wichtig ist, dass sie das vorher schon gelernt haben und dass das Fahrrad in einem gutem fahrbaren Zustand ist. Bei kleineren Pannen hilft der Opa sicher gerne.

Einkaufen

Nutzen Sie die Vorteile der modernen Küche und der Lebensmitteltechnologie aus. Tiefkühlprodukte und Fertigprodukte weisen eine lange Haltbarkeit auf und lassen sich zu abwechslungsreichen Küche kombinieren. Trotzdem sollten Sie die Einkäufe planen. Es hat sich bewährt nicht täglich einzukaufen sondern zwei bis dreimal in der Woche etwas grössere Mengen zu kaufen. Die Einkäufe können durch Ihre Partner/in erledigt werden, wenn sie sich im Supermarkt zurechtfindet. Das können Sie auch vorher mit Ihrem Partner/in üben.
Hygieneartikel, Zahnpasta, Waschmittel, WC-Papier, Shampoo können Sie problemlos für einen grösseren Zeitraum vor der Operation einkaufen.

Kochen

Das einfachste ist, Ihre Familie kocht die Essen als Team selbst und Sie können sich an den zubereiteten Köstlichkeiten sattessen. Das muss jedoch vorbereitet und trainiert werden. Ansonsten können Sie Grossmütter, Freundinnen oder Nachbarn anfragen. Auch Familienhelferinnen kochen im Rahmen ihres Engagements die Mahlzeiten.

Noch zwei wichtige Hinweise

Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich Ihnen noch zwei wichtige Hinweisen geben. Lassen Sie sich helfen, auch wenn es Überwindung kostet und es schwer nicht alles selbst zu tun. Lassen Sie sich Zeit. Planen Sie die Unterstützung nicht nur für den minimal Zeitraum sondern für länger ein.

Alles Gute, Sibylle