Dieser Beitrag richtet sich direkt an die Partnerin oder den Partner von Menschen mit Rückenbeschwerden.

Die Beschwerden sind meistens ein Warnzeichen, dass im Leben des Betroffenen irgendetwas nicht stimmt. So führen seelische Belastungen wie Ängste oder Trauer, aber auch hohe Arbeitsbelastung und anderer Stress zu körperlichen Symptomen im Rückenbereich.  Es gibt auch Fälle, in denen reine mechanische Fehlbelastungen oder Erkrankungen zu den Schmerzen führen. In allen Fällen sollten Sie als Partnerin/Partner, Freundin/Freund oder Angehörige/r spätestens dann aktiv werden, wenn sich eine Entwicklung von leichten Alltagsschmerzen hin zu ersten akuten Beschwerden abzeichnet. Je früher je besser. Eine weitere Entwicklung wäre es, wenn Sie eine Häufung solcher Vorfälle feststellen.

  • gespraech_sh_207838024Suchen Sie das Gespräch.
  • Bieten Sie Unterstützung an und helfen Sie bei der Optimierung des Tagesablaufes und der Umwelt.

Ein offenes Gespräch

Schmerz führt bei vielen Menschen zu Rückzug und Abkapselung. Das soziale Leben wird eingeschränkt. Nehmen Sie dies nicht als Ablehnung. Suchen Sie das offene Gespräch. Sprechen Sie dabei Ihre Beobachtungen direkt an. Beschreiben Sie, was Sie sehen. Geben Sie dem Betroffenen die Möglichkeit, sich dazu zu äussern. Sollten Sie einen eher allgemeinen Verdacht haben, können Sie auch mit dem Satz: “Ich habe bemerkt, Du hast vermehrt Rückenweh. Ist das so?”, das Gespräch eröffnen.

Versuchen Sie dabei, Vorwürfe zu vermeiden. Ihre negativen Gefühle, wie Sorge und Ängste sollten Sie jedoch ausdrücken. Nehmen Sie sich für ein solches Gespräch genug Zeit und hören Sie genau hin. Meistens weiss der Betroffene auch keine direkte Lösung. Das Ziel des Gesprächs liegt in der Klärung der aktuellen Situation und dem Anstossen eines Verbesserungsprozesses.  Sie begeben sich zusammen auf die Suchen nach gemeinsamen Lösungen.

Durch die gemeinsame Suche von Lösungen und Entlastungen im Alltag werden Sie ihre Partnerschaft stärken und so auch langfristig auf eine Lösung der Rückenprobleme hinarbeiten. Nicht alle Krankengeschichten müssen bis zur Rückenoperation geschrieben werden. Mit gemeinsamen Anstrengungen und der nötigen Offenheit lassen sich tragfähige Lösungen und eine Verbesserung der Umstände für alle erreichen. Dabei müssen Sie auch auf die Ängste und Sorgen des Betroffenen eingehen und auf keinen Fall sollten Sie in die Rolle der Bevormundung fallen. Diskutieren sie, wägen sie verschiedene Lösungen ab, organisieren Sie vielleicht ihren Tagesablauf um. Aber bleiben Sie bei allem immer ehrlich und sich selbst.

Ich wünsche Ihnen viel Mut, ihre Sibylle